Das elektronische Rezept (E-Rezept) – aus rosa Papier wird ein digitaler Weg

Pro Jahr werden in Deutschland über 500 Millionen Rezepte ausgestellt. Bis vor kurzem türmten sich diese noch als Papierberge. Das E-Rezept hat diese Zettelwirtschaft weitgehend verdrängt und die Verschreibungen auf die digitale Autobahn des Gesundheitswesens gebracht.

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Funktionsweise

Ärzt:innen sind seit dem 1. Januar 2024 dazu verpflichtet, verschreibungspflichtige Arzneimittelverordnungen elektronisch zu erstellen und digital zu signieren. Privatrezepte werden weiterhin in Papierform ausgestellt. Im GKV-Bereich gibt es Papierrezepte dagegen nur noch in Ausnahmefällen, etwa bei technischen Störungen oder bei Haus- und Heimbesuchen.

Innerhalb der Telematikinfrastruktur bleibt ein E-Rezept bis zu 100 Tage abrufbar. Versicherte erhalten den Zugang über einen Rezeptcode – entweder per App oder Ausdruck.

Die E-Rezept-App der gematik ermöglicht:

  • Rezepte scannen und speichern
  • Reservieren und Einlösen in Apotheken
  • Abholungen oder Botendienste bei Nachfrage
  • Belieferung durch Versandapotheken

E-Rezepte können bundesweit in allen Apotheken eingelöst werden – ob vor Ort oder online. Dabei ist sichergestellt, dass Daten datenschutzkonform übertragen werden.

Von rosa Zetteln zur rosigen Zukunft: Weniger Papier, weniger Umwege, mehr Klarheit im Alltag.

Andre Lyhs, Fachexperte Digitalisierung

Praxisbeispiel aus der Pflege

Frau M. braucht dringend ihre Tabletten. Früher hieß das für die Pflegekraft: in der Praxis anrufen, den rosa Zettel abholen, zur Apotheke fahren – und immer wieder warten. Heute genügen wenige Klicks. Das Rezept wird digital und sicher über KIM bei der Praxis bestellt, die Ärztin stellt es als E-Rezept aus und übermittelt es zurück. Der Pflegedienst weist es einer Apotheke zu, die idealerweise einen Botendienst nutzt und die Medikamente direkt liefert.

Blick nach vorn

Die Digitalisierung macht beim E-Rezept nicht Halt. Der nächste Schritt ist die eVerordnung für Heilmittel, gefolgt von der eVerordnung für Hilfsmittel. Sie wird nach und nach eingeführt und ist ab Juli 2027 verpflichtend. Prozesse werden einfacher, Verordnungen schneller bearbeitet und Abrechnungen effizienter abgewickelt.

Parallel wird die elektronische Patientenakte (ePA für alle) weiterentwickelt. Anfang 2025 wurde sie automatisch für gesetzlich Versicherte eingerichtet. Künftig lassen sich E-Rezepte, eVerordnungen und Patientendaten dort zusammenführen.

Auch die E-Rezept-App wächst: Verwaltung von Rezepten für Angehörige, Mehrsprachigkeit oder eine verbesserte Apothekensuche stehen auf der Agenda.

Der Weg zur TI: Karten beantragen Schritt für Schritt

Ohne die Telematikinfrastruktur, das sichere Netz des Gesundheitswesens, gäbe es das E-Rezept nicht. Der Eintritt in dieses Netz gelingt über elektronische Schlüssel in Kartenform – welche das sind und wie Sie diese beantragen können, zeigt unser Leitfaden.

eHealth-Kartenterminal mit zwei Karten
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opta data

Über opta data: Seit über 50 Jahren entwickeln wir passgenaue Services und digitale Lösungen für den betrieblichen Alltag in verschiedensten Bereichen des Gesundheitswesens. Als Innovationsführer treiben wir Wandel und Veränderungen mit neuen Ideen voran. Als aktiver Gestalter der Digitalisierung unterstützen wir Kund:innen und weitere Akteur:innen im Gesundheitswesen dabei, ihre Pläne zu verwirklichen.