Künstliche Intelligenz erobert die
Physiotherapiepraxen. So gelingt der Einstieg.

KI in der Physiotherapie:
Chancen und Grenzen der smarten Digitalisierung

Ohne Software kommt heute keine Physiotherapiepraxis mehr aus – und nach und nach etabliert sich auch künstliche Intelligenz (KI) im Praxisalltag. Sie verändert nicht nur die Verwaltung, sondern auch die Arbeit mit den Patient:innen. Wie Physiotherapeut:innen bereits heute von KI profitieren können, wo Risiken und Grenzen der Nutzung liegen und wie sie mit den aktuellen Entwicklungen Schritt halten.

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Einsatzbereiche von KI in der Physiotherapie

Es hat sich enorm viel getan in den letzten Jahren: Künstliche Intelligenz hat die Forschungsinstitute verlassen und ist mit der Veröffentlichung von KI-Chatbots wie ChatGPT zum Alltagsbegleiter geworden. Doch KI kann mehr. Integriert in Fachanwendungen stellt sie bisherige Herangehensweisen und schafft neue Möglichkeiten.

Praxismanagment

Ob Sie eine zentrale Praxismanagement-Software nutzen oder mehrere Lösungen kombinieren – achten Sie auf Hinweise zu KI-Funktionen. Viele etablierte Anwendungen stellen diese über kostenlose Updates auch ihren Bestandskunden zur Verfügung.

Terminvergabe: KI-gestützte Praxis- und Termintools können automatisch Terminbestätigungen und -erinnerungen versenden und so Terminausfällen vorbeugen. Smarte Wartelistenfunktionen geben Patient:innen bei Absagen anderer zudem die Möglichkeit, unkompliziert nachzurücken. Eine Push-Notification auf dem Smartphone erscheint, ein Klick genügt und der Termin ist aktualisiert. Das trägt zu einer optimalen Praxisauslastung bei, genauso wie die KI-Assistenten, die bei der Terminvergabe automatisch verfügbare Raumkapazitäten berücksichtigen.   

Dokumentation: Die Dokumentation von Therapien ist notwendig, reduziert aber die ohnehin knapp bemessene Therapiezeit zusätzlich. Mit KI-gestützter Spracherkennung entfällt mühsames Tippen. Der Aufwand lässt sich erheblich reduzieren. Teilweise schlagen die Anwendungen anhand der eingetragenen Behandlungsdaten auch ICD- oder Heilmittel-Codierungen vor. Hier ist in den nächsten Jahren mit vielen weiteren Verbesserungen zu rechnen. Teaminterne Besprechungen lassen sich bereits heute über KI-Tools aufzeichnen und automatisiert zusammenfassen. Das Mitschreiben während eines Teammeetings gehört der Vergangenheit an.  

Abrechnung: Eine der vielleicht größten Entlastungen durch künstliche Intelligenz findet in der Abrechnung statt. Sie gelingt schnell, fehlerfrei und auf Knopfdruck. Mitarbeitende müssen Verordnungen nicht mehr manuell prüfen, das übernimmt die KI-gestützten Praxismanagement-Lösung. Sie erkennt automatisch potenzielle Fehler, sodass Praxen sich vor der Einreichung beim Kostenträger um eine Korrektur kümmern und die Zahl von Absetzungen minimieren können. Beim Ausstellen von Rechnungen ermittelt die KI automatisch die korrekten Honorare und Zuzahlungen.  

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Therapie

Künstliche Intelligenz und digitale Anwendungen können die persönliche Therapiearbeit mit Patient:innen nicht ersetzen, bilden aber eine wertvolle Ergänzung.  

Bewegungsanalyse: Mithilfe von Kameras oder Sensoren erfasst KI die Bewegungen von Patient:innen. Sie erkennt Abweichungen von Soll-Werten, kann Entwicklungen über die Zeit sichtbar machen und fehlerhafte Bewegungsmuster erkennen, die bei der reinen Sichtkontrolle leicht übersehen werden. Die KI-Apps sind objektiver und präziser in ihren Analysen und ermöglichen eine detaillierte Einschätzung von motorischen Fähigkeiten. 

Echtzeit-Kontrolle der Übungsausführung: KI-gestützte Apps für Smartphones können Patient:innen mithilfe der Kamera-Funktion bei Übungen zu Hause überwachen. Sie erkennen, ob Bewegungen korrekt ausgeführt werden und können Korrekturhinweise geben. Eine hohe Qualität der Behandlung ist damit sichergestellt, auch ohne die Anwesenheit von Therapeut:innen.  

Monitoring des Therapiefortschritts: Smartphones und Smartwatches können mit KI-Funktionen ausgestattet, relevante physiologische Parameter von Patient:innen aufzeichnen und den Behandlungsfortschritt aufzeichnen und datenbasiert visualisieren. Patient:innen gewinnen damit Orientierung und Motivation, auch bei Heimübungen am Ball zu bleiben. 

Individuelle Trainingsprogramme: Auf Basis von medizinischen Diagnose- und Anamnesedaten sowie den Zielen der Patient:innen kann KI individuelle Trainingspläne erstellen. Damit beschleunigt künstliche Intelligenz die Entwicklung hin zu einer personalisierten, effektiveren Medizin.  

Therapie von chronischen Erkrankungen: Bei chronischen Beschwerden ist der Einsatz KI-gestützter Therapie-Apps besonders vielversprechend. Denn die Übungen im Alltag der Patient:innen spielen eine Schlüsselrolle für den Krankheitsverlauf. Hier können Apps die persönliche Begleitung und Kontrolle bieten, die punktuelle Behandlungstermine in einer Physiotherapiepraxis nicht erreichen. Die Aufzeichnungen der Apps dienen Therapeut:innen als fundierte Grundlage, um die Gesundheitssituation einzuschätzen und die weitere Therapie effektiver als bisher zu steuern. 

Rückfallprävention: Je regelmäßiger Patient:innen ihre Übungen zu Hause mit digitalen Endgeräten aufzeichnen, desto eher kann KI aus den Daten ablesen, ob sich Kennzahlen verschlechtern bzw. Bewegungsmuster wieder fehlerhafter werden. Die Apps sind in der Lage, frühzeitig Hinweise zu geben, sodass ernsthafte Rückfälle vermieden und Therapieerfolge nachhaltig gesichert werden können.

Vorteile und Grenzen von KI in der Physiotherapie

Der Einsatz künstlicher Intelligenz bietet Physiotherapeut:innen viele Vorteile. In der Praxisverwaltung kann KI diverse Aufgaben automatisieren, was Zeit- und Kostenaufwand senkt und die Wirtschaftlichkeit des Praxisbetriebs verbessert. Patient:innen profitieren, da Physiotherapeut:innen mithilfe von KI-Unterstützung eine effektivere, weil engmaschigere und personalisierte, Behandlung anbieten können.  

Trotz aller Vorteile darf man die Grenzen der Technologie aber nicht aus dem Blick verlieren. Künstliche Intelligenz kann zwar viele Aufgaben übernehmen, aber die Empathie in einer persönlichen Mensch-zu-Mensch-Begegnung nicht ersetzen. Diese spielt aber eine wichtige Rolle in der Genesung. Wer von KI profitieren möchte, muss zudem ein grundlegendes technisches Verständnis mitbringen. Ansonsten riskieren Praxen unwissentlich gegen Datenschutzbestimmungen zu verstoßen. Gehen Sie daher bei der Wahl der Praxis- und Therapie-Anwendungen mit Übersicht vor. 

Um wirklich effektiv mit KI zu arbeiten, braucht es eine TI-Anbindung. Wenn Ihre Praxis noch nicht an die Telematik-Infrastruktur angebunden ist, sollten Sie sich zuerst darum kümmern.  opta data bieten Ihnen einen Rundum-Service für den einfachen Einstieg in die Zukunft der Physiotherapie: Lassen Sie sich zu unserem TI-Service kostenlos beraten! 
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Die nächsten Schritte in die
Zukunft der Physiotherapie – künstliche Intelligenz erfolgreich einführen

  • Wissen aufbauen: Nur wer die Möglichkeiten von künstlicher Intelligenz kennt, kann sie auch sinnvoll nutzen. Investieren Sie in Schulungen für sich und Ihre Mitarbeitenden, um die nötige Kompetenz im Team auf- und Vorbehalte abzubauen.
  • Chancen identifizieren: Analysieren Sie Ihre Praxisprozesse, zum Beispiel zur Terminvergabe, Dokumentation und Abrechnung. Besonders repetitive Aufgaben lassen sich oft mit einfachen KI-Lösungen effizienter gestalten. Definieren Sie Aufgaben, für die Sie KI-Tools einsetzen möchten.
  • Beraten lassen: Informieren Sie sich über mögliche KI-gestützte Praxissoftware und Therapie-Tools. Das Angebot wächst rasant! Nutzen Sie Beratungsangebote von Herstellern und unabhängigen Stellen, um die Wahl der Produkte fundiert zu entscheiden.
  • Software einführen: Ein vertrauenswürdiger Software-Anbieter unterstützt bei den ersten Schritten mit seiner Lösung. Die meisten KI-Tools sind Cloud-Anwendungen, daher sollte der technische Aufwand minimal sein. Sammeln Sie erste Erfahrungen mit der neuen Anwendung und erweitern Sie Ihren KI-Einsatz zielorientiert. KI um der KI Willen ist keine wirtschaftliche Strategie.
  • Ergebnisse auswerten: Prüfen Sie regelmäßig, ob Ihre neuen Tools die gewünschten Resultate liefern und ob Sie die Anwendung der Apps optimieren könnten. Fällt das Ergebnis negativ aus, sehen Sie sich nach Alternativen um, die besser zu Ihnen und Ihrer Praxis passen.

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