KI & Robotik in der
Ergotherapie –
Neue Therapiechancen

KI & Robotik in der Ergotherapie – Neue Therapiechancen

Noch ist künstliche Intelligenz (KI) nicht in der Breite der Egotherapie angekommen, doch der Wandel hin zu smarten Diagnostik- und Therapiemethoden nimmt Fahrt auf. Wie auch Sie bereits heute von KI in Ihrer Ergotherapiepraxis profitieren, welche Chancen und Risiken mit der Technologie verbunden sind und wohin die Reise in Zukunft geht, erfahren Sie in diesem Artikel.

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Die Vorteile von künstlicher
Intelligenz und Robotik

Künstliche Intelligenz kann riesige Datenmengen in Echtzeit analysieren und in ihnen Muster erkennen, die Menschen verborgen bleiben. Diese Eigenschaft ist es, die für die Ergotherapie so wertvoll ist. Denn so kann KI komplexe Bewegungs- und Gesundheitsdaten in Echtzeit auswerten und anhand von Soll-Vorgaben individuelle Handlungsempfehlungen ableiten, um den Therapieverlauf zu verbessern. 

Während die künstliche Intelligenz Erkenntnisse liefert und Handlungsempfehlungen gibt, bietet die Robotik physische Unterstützung. In der Kombination mit KI können Sensoren Bewegungsabläufe präzise messen und motorische Funktionen unterstützen, zum Beispiel durch Exoskelette. 

Anwendungsbereiche von KI und Robotik in der Ergotherapie

Bisher werden KI-gestützte Robotik-Systeme vor allem in der stationären Diagnostik und Therapie eingesetzt. Doch die rasanten Fortschritte der künstlichen Intelligenz erweitert die Möglichkeiten für KI-Unterstützung im ambulanten Umfeld.  

KI in der Bewegungsanalyse

KI-gestützte Sensoren werden in Kombination mit 3D-Kamera-Systemen bereits heute vielfach in der medizinischen Diagnostik eingesetzt. Die Anwendungen können Bewegungsabläufe wesentlich detaillierter und objektiver erfassen, als dies über eine Sichtkontrolle oder einfache Videoaufzeichnung möglich ist.  

Zudem bieten die KI-Systeme die Möglichkeit, die Bewegungsmuster im Zeitverlauf zu analysieren: Durch den Vergleich mit früheren Analysen kann die Effektivität einer Therapie überprüft und können Anpassungen auf fundierter Datenbasis erfolgen.

Robotik für motorisches Training 

Ergotherapeut:innen haben nicht die Zeit, um tägliche Übungen zu begleiten. Hier können KI-Roboter eine wertvolle Ergänzung bieten. Sie werden in der Therapie von Schlaganfallpatient:innen oder bei postoperativen Einschränkungen immer häufiger eingesetzt.

Die KI-Roboter können Patient:innen bei Bewegungsübungen anleiten, die motorische Ausführung in Echtzeit bewerten und per Sprache, visuelle Anzeige oder Lichtsignal, Korrekturhinweise geben. Die KI-Roboter stellen aber nicht nur sicher, dass Übungen korrekt ausgeführt werden, sie sind auch ein Gegenüber, das motivierende Rückmeldungen gibt – was die Compliance der Patient:innen deutlich erhöht und den Therapiefortschritt beschleunigt. 

Robotik zur Bewegungsunterstützung 

KI-erweiterte Exoskelette und Orthesen können Patient:innen mit Bewegungseinschränkungen unterstützen, ihre Eigenständigkeit im Alltag (schneller) wiederzugewinnen. Dabei lassen sich die Geräte auf die Kraft und Motorik der Patient:innen einstellen, sodass nicht nur Entlastung und Führung erreicht werden, sondern auch ein effektives Training möglich ist.

Bisher sind Exoskelette vor allem in Kliniken oder in der Industrie als Arbeitsmittel im Einsatz. Die Kosten für einen breiten ambulanten Einsatz sind noch zu hoch. Dies könnte sich perspektivisch jedoch ändern, zum Beispiel durch günstigen 3D-Druck der Hilfsmittel.

Digitale Apps und Teletherapie

Für mobilitätseingeschränkte Patient:innen und Regionen mit wenigen Ergotherapiepraxen öffnet Teletherapie neue Wege: Der Patient bzw. die Patientin kann abgesprochene Übungen mithilfe von intelligenten Apps via Smartphone, Smartwatch oder Fitnesstracker ausführen. Dabei misst und visualisiert die Anwendung Fortschritte und übermittelt die Ergebnisse automatisch an das System des Behandelnden.

Als Ergänzung zu persönlichen Terminen können dann regelmäßige Kontrolltermine via Videotherapie-Sitzung stattfinden, in der die Ergebnisse besprochen und die weitere Therapie abgestimmt wird. Ein zeit- und kosteneffizientes Vorgehen, das einer größeren Zahl Patient:innen eine angemessene Therapie ermöglicht.

Vorteile von KI und Robotik für Therapeut:innen und Patient:innen

Zeitgewinn: Fortschrittsanalysen und Dokumentationen erledigen KI-gestützte Systeme in Sekunden. Therapeut:innen gewinnen Zeit für die Beziehungsarbeit und die individuelle Therapieplanung. 

Effektivere Therapie: KI-gestützte Diagnostik schafft die Basis für eine passgenaue Therapie. Die engmaschigere Fortschrittskontrolle stellt sicher, dass Patient:innen maximale Fortschritte erzielen. 

Motivation: Smarte Robotiksysteme simulieren ein menschliches Gegenüber und geben empathisches Feedback – ein messbarer Motivationsfaktor für Patient:innen. 

Selbstständigkeit: KI-basierte Unterstützungssysteme wie Orthesen und Exoskelette erweitern den Handlungsspielraum für Patient:innen, geben Freiheit zurück und verbessern damit ihre Lebensqualität.

Barrierefreiheit: Teletherapie-Optionen verbessern in Kombination mit KI-Systemen die Versorgungsqualität von Patient:innen und können teilweise sogar stationäre Einweisungen vermeiden. 

Herausforderungen

So vielversprechend die technologischen Möglichkeiten rund um KI und Robotik sind, sie sind kein Wundermittel für Therapieerfolg. Ihr Einsatz braucht Augenmaß und Umsicht, sonst können aus den Chancen schnell Risiken werden.

Zunächst sollte beim Einsatz von KI-Systemen jeder Art sichergestellt werden, dass geltende Datenschutzbestimmungen eingehalten werden. Sie arbeiten mit sensiblen Gesundheitsdaten, die höchsten digitalen Schutz verdienen. Wenn Sie noch nicht an die TI-Infrastruktur angebunden sind, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, den Transformationsschritt zu gehen – und sich erst dann die KI-Welt zu erschließen.

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TI-Einstieg kann auch einfach sein.

Die Technisierung der Ergotherapie wird nicht von allen Fachkräften und Patient:innen mit offenen Armen empfangen. Investieren Sie in die Schulung Ihres Teams, kommunizieren Sie die Vorteile von KI-gestützten Therapien verständlich und geben Sie Patient:innen die Wahl, ob sie traditionell oder KI-basiert unterstützt werden möchten. 

Last but not least: KI und Roboter können viel leisten, menschliche Ergotherapie aber nicht ersetzen, denn sie lebt von der Mensch-zu-Mensch-Beziehung. Auf dieser Basis sollte KI in bestehende Abläufe integriert werden. Sie ist eine Erweiterung der Möglichkeiten, kein Ersatz für menschliche Profis.

Zukunftsperspektiven: Wo geht die Reise hin?

Wir stehen erst am Beginn einer tiefgreifenden Transformation der Ergotherapie. Was heute etablierte Arbeitsweisen sind, werden morgen schon als überholt gelten. Welche Möglichkeiten künstliche Intelligenz uns wann eröffnen wird, darüber können wir nur spekulieren. Einige Zukunftsszenarien zeichnen sich jedoch ab.  

Smarte Therapien dürften schon bald Alltag sein. Ergotherapeut:innen würden dann nicht nur in Kliniken, sondern auch in Praxen Robotiksystemen für die Therapieplanung und -kontrolle einsetzen und verschiedene KI-Anwendungen als Ergänzung zur persönlichen Behandlung in der Praxis anbieten.

Eine immer größere Rolle könnte auch die Prävention in der Ergotherapie spielen. Da künstliche Intelligenz in der Lage ist, bereits feine Abweichungen in Bewegungsabläufen zu erkennen, lassen sich die Systeme zur Früherkennung von (degenerativen) Krankheiten einsetzen. Sie könnten die Basis für Präventionsangebote legen, um Gesundheit und Beweglichkeit bis ins hohe Alter aufrechtzuerhalten und den Ausbruch von Erkrankungen hinauszuzögern.  

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