TI-Anschluss in Pflegebetrieben: Frist verpasst – was jetzt wichtig ist

Einleitung

Seit dem 1. Juli 2025 gilt die gesetzliche Pflicht: Alle Pflegebetriebe müssen an die Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen sein. Doch haben alle den Anschluss rechtzeitig geschafft?  Welche Hürden gibt es für die Pflegedienste beim Anschluss – und welche Chancen eröffnen sich? Ein Blick auf den aktuellen Stand und die nächsten Schritte.

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Aktueller Stand des TI-Anschlusses in der Pflege

Noch im Februar 2025 unternahm fast jeder dritte Pflegebetrieb keinerlei Schritte zum TI-Anschluss. Doch kurz vor dem Stichtag am 1. Juli und auch danach stieg der Druck kontinuierlich, den TI-Anschluss nachzuholen. Zum 31. Juli hatten rund 60 % der Leistungserbringer:innen in der Pflege eine SMC-B-Karte beantragt. 

Die Nutzung der TI nimmt auch branchenübergreifend deutlich zu. Zwischen Ende April und Mitte Mai 2025 wurden in medizinischen Einrichtungen rund 50 Millionen elektronische Patientenakten (ePA) geöffnet. Und allein in einer Woche wurden etwa 600.000 neue Dokumente hochgeladen. Parallel steigt auch die Nutzung der elektronischen Medikationsliste (eML): Täglich wird bereits auf rund 1,5 Millionen Medikationslisten zugegriffen. 

Die Kommunikation im Medizinwesen, kurz KIM, ist bereits flächendeckend verfügbar und in viele Branchensoftwares integriert. Eine vereinfachte Version kann auch unabhängig von der Software genutzt werden. Für den vollen Funktionsumfang empfiehlt sich jedoch die Nutzung direkt innerhalb der eigenen Softwarelösung. 

Das zeigt: Der Prozess ist in Bewegung, doch ein erheblicher Teil der Branche steht weiterhin vor der Herausforderung, den TI-Anschluss umzusetzen. 

Diese Primärfunktionen der TI sind aktuell nutzbar: 

TI-Anwendung

Seit wann verfügbar

Nutzen für Pflegebetriebe

KIM – Kommunikation im Medizinwesen2020Zum Beispiel Kommunikation mit Ärtz:innen, Apotheken und Kliniken, sowie Anforderung von Rezepten 
E-Rezept 2024 Digitale Verordnung von Medikamenten, schneller und sicherer als Papierrezepte 
ePA – elektronische Patientenakte April 2025 Wichtige zentrale Gesundheitsdaten der  Klient:innen; Zugriff und Austausch zwischen Praxen, Kliniken, Apotheken und Pflege 

Das volle Potenzial der TI-Anwendungen kann allerdings erst erreicht werden, wenn ein Großteil der Pflegebetriebe sie aktiv nutzen. Mit jedem TI-Anschluss verbessert sich der Informationsfluss, Abläufe werden sicherer und die Versorgung transparenter. Pflegebetriebe, die den TI-Anschluss jetzt umsetzen, profitieren unmittelbar von den digitalen Anwendungen und stärken zugleich die gemeinsame Vernetzung.

TI-Anschluss: Stolpersteine und Lösungen

Der Anschluss an die TI bringt für Pflegebetriebe neue Technik und Prozesse – und damit auch Fragen und Unsicherheiten. Ohne passende Unterstützung fehlen oft Zeit, personelle Ressourcen und ausreichende Schulungen, um die TI in der Praxis zu nutzen. Neben diesen organisatorischen Punkten können auch technische Faktoren eine Rolle spielen: Anwendungen wie KIM, ePA oder das E-Rezept sind vereinzelt von Störungen betroffen. Für Pflegebetriebe, die im Alltag auf reibungslose Abläufe angewiesen sind, bedeutet das zusätzlichen Aufwand. 

Diese Erfahrungen tragen dazu bei, dass die TI stabiler wird: Probleme werden heute schneller erkannt, transparent veröffentlicht und behoben. Verantwortlich dafür ist die gematik, die Nationale Agentur für Digitale Medizin. Sie steuert die Digitalisierung im Gesundheitswesen. Auch wenn technische Hürden nicht völlig ausgeschlossen werden können, zeigt sich ein klarer Trend: Die TI-Anwendungen entwickeln sich stetig weiter, die Stabilität wächst, und der Nutzen für Pflegebetriebe steigt. Wer sich an die TI anschließt, stärkt zugleich die Zuverlässigkeit der Systeme.

So gelingt der Einstieg in die Telematikinfrastruktur

Die gute Nachricht: Niemand muss den TI-Anschluss allein umsetzen. Pflegebetriebe, die dabei Unterstützung erhalten, bewältigen den Einstieg in die TI in der Regel schneller und mit weniger Reibungsverlusten.  

Für die vielen Formalitäten beim Anschluss bietet opta data gezielte Unterstützung: Sowohl die bürokratische Vorbereitung als auch die technische Umsetzung des TI-Anschlusses werden begleitet. Dazu gehören eine eigene Service-Hotline, ausführliche Leitfäden zur Beantragung von eHBA und SMC-B sowie Hilfestellungen für den gesamten Prozess. Damit sind Pflegebetriebe von Anfang an entlastet und können deutlich schneller von den neuen digitalen Anwendungen profitieren. 

Was die Unterstützung umfasst: 

  • Einrichtung der benötigten Hardware
  • Transparente Pauschale für die Nutzung
  • Laufende Updates, Service und Support
  • Unterstützung bei der Beantragung der Authentifizierungskarten (eHBA und  SMC-B-Kartenbeantragung) 

Jetzt Wissen vertiefen – TI-Webinare & Schulungsportal nutzen

Um Pflegebetriebe zu unterstützen, werden von opta data regelmäßig Webinare rund um den TI-Anschluss und die TI-Anwendungen angeboten. Dort gibt es kompakte Informationen, praxisnahe Tipps und Antworten auf konkrete Fragen. Ergänzend steht ein TI-Schulungsportal zur Verfügung, in dem die wichtigsten Inhalte jederzeit abrufbar sind. Beides bietet eine gute Gelegenheit, Unsicherheiten abzubauen und den eigenen Anschluss gezielt zu begleiten.

Blick nach vorn: Neue TI-Anwendungen im Pflegealltag

Die Pflegebetriebe, die bereits erfolgreich angebunden sind, stellen fest: Immer mehr Anwendungen kommen hinzu, die nicht nur die Kommunikation zwischen den Akteuren verbessern, sondern auch spürbare Entlastung im Alltag bringen.

Timeline der TI-Neuerungen

  • Schrittweise seit Juli 2025 – TI-Messenger
  • Voraussichtlich ab März 2026 – elektronischer Medikationsplan (eMP)
  • Ab Dezember 2026 – Abrechnung nur noch über TI 

Sicher vernetzt mit dem TI-Messenger

Seit Juli 2025 wird der TI-Messenger schrittweise eingeführt. Dieser ermöglicht den sicheren Austausch von Nachrichten und Dokumenten innerhalb der Telematikinfrastruktur. Für Pflegebetriebe bedeutet das: eine schnellere und geschützte Kommunikation im eigenen Team sowie mit Praxen, Apotheken oder anderen Einrichtungen. Da der TI-Messenger nicht in allen Softwarelösungen sofort verfügbar ist, sollten Pflegebetriebe bei ihrem Softwareanbieter nachfragen, ab wann dieser freigeschaltet wird.

Elektronischer Medikationsplan (eMP): Einführung und Vorteile

Der elektronische Medikationsplan (eMP) wird voraussichtlich ab März 2026 in die ePA überführt. Ziel ist es, Medikationsdaten umfassend und strukturiert digital bereitzustellen. Damit können neben aktuellen Verschreibungen auch Allergien, Unverträglichkeiten, Einnahmehinweise oder nicht verschreibungspflichtige Medikamente dokumentiert werden. 

Der eMP verbessert die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS), also alle Maßnahmen, die eine sichere Medikamentengabe unterstützen, indem Risiken, wie Wechselwirkungen oder Doppelverordnungen, schneller erkannt werden. 

Zudem lässt sich der eMP künftig mit der Branchensoftware verknüpfen. So können Pflegebetriebe Medikationsdaten direkt in ihren bestehenden Systemen nutzen.

Fazit

Wer sich jetzt an die TI anschließt, profitiert von den digitalen Anwendungen und unterstützt zugleich deren Weiterentwicklung. Fehlerquellen können schneller erkannt und behoben werden, wenn viele Pflegebetriebe aktiv teilnehmen. Erst durch die breite Nutzung entfalten sich die Vorteile der TI vollständig, weil Informationen zwischen Praxen, Krankenhäusern, Apotheken und Pflegebetrieben verlässlich ausgetauscht werden können. 

Jeder Tag mit TI-Anschluss bringt Pflegebetrieben Zugang zu digitalen Anwendungen, die Prozesse vereinfachen, Sicherheit erhöhen und die Versorgung verbessern. Jetzt ist der Moment, den TI-Anschluss umzusetzen. Nur so bleibt der Zugang zu den digitalen Anwendungen der Zukunft gesichert.

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